Was ist der Unterschied zwischen Employee Advocacy und Social-Media-Marketing?

Employee Advocacy und Social-Media-Marketing verfolgen beide das Ziel, die Markenbekanntheit und das Engagement auf digitalen Plattformen zu steigern, funktionieren jedoch über einen grundlegend anderen Mechanismus. Social-Media-Marketing nutzt offizielle Unternehmensseiten, um markenbezogene Botschaften direkt aus der Organisation heraus zu senden. Employee Advocacy befähigt Mitarbeitende dazu, ihr Fachwissen, ihre Einblicke und Unternehmensnachrichten über ihre persönlichen Netzwerke zu teilen.

Kurze Antwort

Social-Media-Marketing konzentriert sich auf das Senden über Markenkanäle, um Bekanntheit aufzubauen und kommerzielle Kampagnen durchzuführen. Employee Advocacy konzentriert sich auf die Verbreitung über Mitarbeitende, wobei Teammitglieder authentische Inhalte über ihre persönlichen Profile teilen. Während Social-Media-Marketing die Autorität der Marke aufbaut, sorgt Employee Advocacy durch menschliche Interaktion für Vertrauen und eine größere organische Reichweite.

In diesem Artikel

  • Definition von Social-Media-Marketing

  • Definition von Employee Advocacy

  • Wichtigste strukturelle Unterschiede

  • Strategisches Zusammenspiel zwischen beiden Ansätzen

  • Was sagen die Daten über den Unterschied zwischen Employee Advocacy und Social-Media-Marketing

Definition von Social-Media-Marketing

Social-Media-Marketing umfasst alle Aktivitäten, bei denen eine Organisation eigene Markenkanäle einsetzt, um die Zielgruppe zu erreichen. Dazu gehören das Veröffentlichen organischer Beiträge auf Unternehmensseiten, das Verwalten bezahlter Werbekampagnen, die Pflege des Kundenkontakts und die Analyse der Kanalperformance.

Das Hauptziel von Social-Media-Marketing ist es, die offizielle Stimme der Marke zu steuern und zu verbreiten. Die Inhalte bestehen meist aus Produktankündigungen, Unternehmensnachrichten, der Bewerbung von Fachartikeln und allgemeinen Markenkampagnen.

Definition von Employee Advocacy

Employee Advocacy ist die strukturierte Befähigung und Förderung von Mitarbeitenden, als Botschafter der Organisation aufzutreten. Anstatt ausschließlich von der Unternehmensseite aus zu senden, teilen Mitarbeitende relevante Kenntnisse, Einblicke und Unternehmens-Updates über ihre eigenen sozialen Netzwerke.

Dieser Ansatz geht über das bloße Weiterleiten von Markenlinks hinaus. Effektives Employee Advocacy hilft Mitarbeitenden dabei, ihre beruflichen Erfahrungen und Praxisgeschichten auf authentische Weise zu zeigen, unterstützt durch klare Richtlinien und eine übersichtliche Plattform.

Wichtigste strukturelle Unterschiede

Obwohl beide Methoden zu den Marketing- und Kommunikationszielen beitragen, unterscheiden sie sich in mehreren wesentlichen Punkten:

  • Absender und Autorität: Social-Media-Marketing spricht im Namen der gesamten Organisation. Employee Advocacy stützt sich auf einzelne Fachleute, die aus ihrer eigenen Expertise heraus sprechen.

  • Reichweite und Algorithmus: Unternehmensbeiträge erreichen die Follower der Seite, wobei die organische Reichweite durch Plattformalgorithmen oft begrenzt wird. Beiträge von Mitarbeitenden erreichen persönliche Netzwerke, die zusammen eine deutlich größere Reichweite haben.

  • Content-Stil: Inhalte auf Markenkanälen sind formell, strukturiert und eng an die Markenvorgaben angepasst. Inhalte auf persönlichen Profilen sind informeller, enthalten persönliche Erfahrungen und bieten Raum für eine eigene Sichtweise.

  • Primäres Ziel: Social-Media-Marketing konzentriert sich auf direkte Leadgenerierung, Markenbekanntheit und die Unterstützung von Marketingkampagnen. Employee Advocacy baut Vertrauen, Expertenstatus, Social Selling und die Arbeitgebermarke auf.

Strategisches Zusammenspiel zwischen beiden Ansätzen

Employee Advocacy ist kein Ersatz für traditionelles Social-Media-Marketing, sondern eine Verstärkung davon. Ein professioneller Markenkanaal liefert die inhaltliche Basis, die Nachrichten und die Markengeschichten, aus denen Mitarbeitende schöpfen können.

Wenn das Marketingteam hochwertige Artikel oder Forschungsberichte veröffentlicht, übernimmt Social-Media-Marketing die direkte Verbreitung über die offiziellen Kanäle. Ein Employee-Advocacy-Programm ermöglicht es Mitarbeitenden anschließend, dasselbe Wissen mit einer eigenen Einordnung zu versehen und in ihrem Netzwerk zu teilen.

Was sagen die Daten über den Unterschied zwischen Employee Advocacy und Social-Media-Marketing

Zahlen zeigen, dass das Publikum anders auf Beiträge von Personen reagiert als auf Beiträge von Unternehmensseiten.

  • Vertrauen in den Absender: Untersuchungen unter anderem von Edelman zeigen, dass Leser Informationen von Mitarbeitenden deutlich mehr vertrauen als offiziellen Markenbotschaften.

  • Engagement und Interaktion: Inhalte, die über persönliche Profile geteilt werden, erzielen im Durchschnitt eine doppelt so hohe Klickrate (CTR) im Vergleich zu Beiträgen auf Unternehmensseiten.

  • Erweiterung der Netzwerkreichweite: Auf professionellen Netzwerken wie LinkedIn haben die Mitarbeitenden einer Organisation zusammen im Durchschnitt zehnmal mehr Verbindungen als die Follower der Unternehmensseite.

  • Talentgewinnung: Von Mitarbeitenden geteilte Stellenanzeigen führen zu deutlich mehr und qualitativ besseren Bewerbungen als Stellenanzeigen, die nur auf Corporate-Kanälen stehen.